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HQ-Lokalreport – DIY Handy für jedermann


Schwarzweiß war gestern. Das Team von HQ-Patronen.at wirft regelmäßig einen „Blick über den Tellerrand“ ins Reich von Kunst, Kreativität und Kultur. Begleite unsere Lokalreporter in die bunte Pracht unserer Bundesrepublik! Dieses Mal geht es um ein DIY-Handy.


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So sieht das DIY-Handy aus, wenn es fertig ist.


Hamburg-St-Pauli. Direkt oberhalb der glitzernden Elbe – direkt neben den sagenumwobenen Häusern der Hafenstraße, steht ein kleiner Holzcontainer. Auf den ersten Blick könnte es ein vergessener Baucontainer sein, der im Nachhinein von den Anwohnern verschönert wurde. Weit gefehlt, denn in diesem schlichten Holzbau geht es hochmodern und sehr funktional zu: In der Mitte steht ein großer stabiler Tisch, auf ihm Werkzeuge wie Bleistifte, Lötkolben und Cutter. Hier - im Herzen von St. Pauli - kann man sich sein eigenes Handy selbst zusammenbauen.


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Einzelteile des DIY-Handys. Die Idee stammt ursprünglich von David Malis.


„Wir legen jetzt denn mal los“, sagt Matthias Niess zu den Kursteilnehmern. Drei angemeldete Teilnehmer werden auf der Liste abgehakt, einer ist noch spontan dazugekommen – natürlich kann auch er mitmachen. „Wir haben normalerweise nur drei Arbeitsplätze, weil man doch so einiges an Platz braucht – auch für die Werkzeuge, die wir benötigen“, erklärt Instruktor Niess.


Werkzeuge sind unter anderem eine CNC-Fräse, Lasercutter und auch ein 3-D-Drucker darf nicht fehlen. Mit diesen Geräten können auch Amateure Mobiltelefone herstellen. „Natürlich sind diese Telefone sehr einfach und nicht mit heutigen Smartphones vergleichbar“, so Niess weiter. Aber darum geht es auch nicht.


 

Die Arbeitsplätze sind schlicht, aber sehr funktionell.


Die Aktion soll nämlich folgendes zeigen: Jeder kann mit ein paar Werkzeugen ein Mobiltelefone auf professionellem Niveau produzieren, Stichwort Open Hardware. In Ländern mit wenig technischen Möglichkeiten könnten simple Produktionsstätten wie diese in Hamburg provisorisch aufgestellt werden. Weltweit und überall Mobiltelefone herstellen – mit wenig Aufwand – das ist die Idee dahinter. Entwickelt und verbreitet wurde diese Idee von David A. Mellis im englischen Cambridge.


Aram Messdaghi freut sich schon auf sein erstes selbst gemachtes Handy.


Nachdem noch kurz die Idee dahinter und Geschichte dazu erzählt wurde, bekommen alle Teilnehmer ihre Materialien – eine Art Handy-Bausatz mit Anleitung. Jeder Teilnehmer bekommt die gleiche Anzahl von Bauteilen, alle in kleinen bunten Plastikbehältern. Dazu gibt’s eine Art Schablone, in die die Teile hineinsortiert und später ins Handy eingelötet werden. 


Ist der Rohling des Telefons fertig, muss noch die Hülle fertig gefräst werden.

 

Zusammengefasst läuft der Zusammenbau folgendermaßen ab: Zuerst Sichtung aller elektronischen Bauteile, dann wird die Platine des Handys angelötet, dann die Software auf das Gerät gespielt. Es folgt nur noch der Akku, der ebenfalls angelötet wird, und am Schluss erst wird das Gehäuse gefertigt. Wobei dieser Punkt oft bei einem zweiten Besuch in der alternativen Handy-Fabrik gemacht wird, erzählt Niess. Die meisten Teilnehmer schaffen in den drei Stunden Kurs lediglich das Innenleben des Handys. Das Gehäuse kann aus Holz oder Kunststoff (dann mit 3D-Drucker) sein – jeder wie er will.

 


 

In den so genannten Mäuseklos findet jeder Handybauer seine Bauteile.

 

Die Materialien wie etwa Kondensatoren und Widerstände hat jeder vor dem Kurs bezahlt, Kostenpunkt 108,32 Euro. Der Handy-Baukurs ist kostenfrei. Das Projekt wird gefördert von der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg.


Einer der Kursteilnehmer ist Aram Messdaghi. Der Hamburger ist Softwareentwickler und hat von dem DIY-Handy im Internet gelesen und sich spontan angemeldet. Gegenüber HQ-Lokalreport sagte er dann noch: „Ich wollte einfach mal etwas kreatives und künstlerisches machen.“

 

 

 
 

 


Bildquellen:  Fabulous St. Pauli und David A. Mellis